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Rom, Italien

Der Trevi-Brunnen, Rom

Fast jeder, der eine Münze ins Wasser wirft, ahmt Rom nach, wissentlich oder nicht. Der Trevi-Brunnen hat die Geste nicht erfunden — Menschen legten zweitausend Jahre vor seinem Bau Metall in Quellen — aber er gab ihr ein Drehbuch, eine Kameraeinstellung und ein Versprechen, und der Rest der Welt übernahm alle drei.

Ein Brunnen am Ende einer Wasserleitung

Trevi ist der Schlusspunkt der Acqua Vergine, einer 19 v. Chr. eröffneten Wasserleitung, die Wasser aus Quellen mehrere Meilen östlich in die Stadt brachte. Römische Brunnen dieser Art heißen mostre — wörtlich Schaustücke —, weil sie die Ankunft des Wassers sichtbar und großartig machen sollen, nicht bloß nützlich.

Der Entwurf stammt von Nicola Salvi, 1732 in einem Wettbewerb ausgewählt. Salvi starb 1751, das Werk unvollendet; Giuseppe Pannini führte es zu Ende, und der Brunnen wurde 1762 eingeweiht. Im Zentrum lenkt Okeanos einen Muschelwagen, gezogen von zwei Seepferden, eines ruhig, eines wild — die zwei Gemüter des Wassers, in dieselbe Wand gehauen.

Die Regel und ihre Herkunft

Die Anweisung ist genau, und alle wiederholen sie: eine Münze in die rechte Hand, mit dem Rücken zum Brunnen, und über die linke Schulter werfen. Wer das tut, kehrt nach Rom zurück.

Die Drei-Münzen-Variante — eine für die Rückkehr, eine für die Liebe, eine für die Hochzeit — verdankt ihren Ruhm vor allem einem Film von 1954, Der Brunnen der Sehnsucht, der einem bis dahin örtlichen Aberglauben ein Weltpublikum verschaffte. Sechs Jahre später filmte Fellini Anita Ekberg, wie sie in La Dolce Vita ins Becken steigt, und Trevi war kein Brunnen in Rom mehr, sondern der Brunnen.

Der abgewandte Rücken zählt mehr, als es scheint. Man zielt nicht; man gibt etwas her, ohne zuzusehen, wo es landet. Das unterscheidet einen Wunsch von einer Wette.

Was mit den Münzen geschieht

Das Becken wird fast jede Nacht gesäubert. Arbeiter schieben die Münzen mit Gummiabziehern zusammen, saugen sie auf, und die Ausbeute wird gezählt, getrocknet und sortiert — sie kommt in jeder umlaufenden Währung an, dazu ein steter Strom von Knöpfen, Wertmarken und Dingen, die überhaupt kein Geld sind.

Der Erlös geht an die Caritas, die in der Stadt Suppenküchen, Unterkünfte und eine kostenlose Klinik betreibt. Die Summe liegt deutlich über einer Million Euro im Jahr, was Trevi mit großem Abstand zu einem der ertragreichsten Opferstöcke der Welt macht.

Münzen herauszunehmen ist Diebstahl und wird verfolgt. Jahrelang lebten einige Leute davon, das Becken mit Magneten und Rechen abzufischen, bis die Stadt dem ein Ende setzte.

Wenn Sie hingehen

Der Platz ist zwischen zehn Uhr morgens und acht Uhr abends am vollsten, im Hochsommer schlicht überfüllt. Der frühe Morgen ist die einzige verlässlich ruhige Stunde und zugleich das beste Licht, denn der Brunnen zeigt grob nach Südwesten und die Fassade bekommt spät Sonne.

Ins Wasser zu steigen ist verboten und wird bestraft. Auf den Stufen zu essen ebenfalls. Beide Regeln sind nicht neu, und beide werden durchgesetzt.

Der Zugang zum Beckenrand wird zu Stoßzeiten geregelt; rechnen Sie mit kurzem Warten, statt anzunehmen, Sie könnten direkt ans Wasser treten.

Das Münzritual, Schritt für Schritt

Das Ganze dauert etwa zehn Sekunden. Es lohnt sich, es richtig zu machen.

  1. Eine Münze in die rechte Hand nehmen

    Beliebiger Wert. Die Tradition sagt nichts über den Betrag, und der Brunnen hat einen Zwei-Euro-Wunsch nie für wahrscheinlicher gehalten als einen zu fünf Cent.

  2. Dem Wasser den Rücken zuwenden

    An die Balustrade stellen, der Brunnen im Rücken. Beim Werfen sollten Sie das Becken nicht sehen.

  3. Über die linke Schulter werfen

    Rechte Hand, linke Schulter, quer über den Körper. Drehen Sie sich nicht um, um nachzusehen — genau diesen Teil lassen die Leute weg, und genau er gibt der Geste ihre Form.

  4. Den Wunsch denken, während die Münze die Hand verlässt

    Schweigend. Die älteste Regel, die überall an Wünschen hängt, lautet: Wer einen ausspricht, gibt ihn aus.

Kurz gefasst

Fertiggestellt
1762
Entworfen von
Nicola Salvi, vollendet von Giuseppe Pannini
Gespeist von
Der Wasserleitung Acqua Vergine, eröffnet 19 v. Chr.
Münzen gehen an
Caritas Rom

Was uns oft gefragt wird

Wie viele Münzen wirft man in den Trevi-Brunnen?
Eine, wenn man nach Rom zurückkehren will. Die Drei-Münzen-Variante — Rückkehr, Liebe, Hochzeit — stammt aus einem Film von 1954 und nicht aus einer älteren römischen Tradition, ist aber inzwischen so verbreitet, dass beide Zählweisen als richtig gelten.
Darf man Münzen aus dem Trevi-Brunnen nehmen?
Nein. Münzen aus dem Becken zu entfernen gilt nach italienischem Recht als Diebstahl und wird verfolgt. Das Geld sammelt die Stadt ein und gibt es an die Caritas.
Welche Hand, welche Schulter?
Die Münze in der rechten Hand, über die linke Schulter geworfen, mit dem Rücken zum Brunnen. Es umzudrehen ist der mit Abstand häufigste Fehler.
  • Florenz, Italien

    Il Porcellino, Florenz

    Ein Bronzeeber, dessen Rüssel von vier Jahrhunderten Händen goldblank poliert ist, und ein Münztrick, der nur zählt, wenn das Geld durch das Gitter fällt.

  • Bath, England

    Die heilige Quelle von Bath

    Vor den Wunschbrunnen gab es heilige Quellen. Die von Bath gab zwölftausend römische Münzen heraus — und hundert Briefe an eine Göttin.

  • Glastonbury, England

    Chalice Well, Glastonbury

    Eine Quelle, die eisenrot läuft und von der man nie erlebt hat, dass sie versiegt. Hier lässt man ein Band oder ein Wort zurück, keine Münze.

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